DPSG Stamm St. Tönis
DPSG Stamm St. Tönis

75 Jahre DPSG Stamm St. Tönis

Ein Rückblick von Richard Höfkes

 

Es war im Jahr 1932 als die Idee des englischen Lord Baden Powell, Jugendliche für das Naturverbundene Leben der Pfadfinder zu begeistern, auch unsere Gemeinde St. Tönis erreichte. So schlossen sich die ersten Jugendlichen der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg an. Zu den Pionieren gehörten damals Johannes Seeliger, Hans Ridders, Hans Schnöring und Norbert Stammes. Die meisten von ihnen wurden später Opfer des Krieges oder starben fern der Heimat in Russland.

 

Wie alle kath. Jugendverbände wurden auch die Pfadfinder durch das NS-Regime im Jahre 1934 verboten. Dennoch wurde die Gruppenarbeit weiter geführt, allerdings ohne Kluft. Norbert Stammes wurde wegen Tragens einer Klufthose sogar für einen Tag eingesperrt. Durch die Einberufung zum Militär oder zum Arbeitsdienst zerfiel die Gruppe immer mehr und endetet schließlich in den Kriegswirren.

 

Direkt nach Ende des Krieges und nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft im Februar 1945, versuchte Willi von der Way, der bereits vor dem Krieg in der Landesführung der Diözese Aachen aktiv war, das pfadfinderische Leben wieder zu erwecken. Durch Werbung in der Schule entstanden so die ersten Gruppen in St. Tönis deren Leiter Hans Schüren, Emil Borgmann, Josef Winkes und Hans Schultes waren. Als erstes Heim dienste eine Gartenlaufe im Garten des Marienheims. Später dann die ehemalige Sakristei der Notkirche vom Aloyisiusheim.

 

Das erste „Rüsthaus“, ein Ausrüster für Pfadfinder, richtet Will von der Way in St. Tönis auf der Schulstraße ein. Bis heute können die Pfadfinder im Rüsthaus, was inzwischen in Neuss beheimatet ist, ihre Kluft und Lagerausrüstung kaufen.

 

1949 brannte die ehemalige Sakristei, die für einige Jahre als Heim genutzt wurde, ab. Mit Zustimmung des damaligen Dechant Giesenfeld durften wir den Kellerraum unter dem linken Seitenflügel der Pfarrkirche als Heim in Eigeninitiative ausbauen und nutzen. Zur Einweihung kam der Deutsche Auslandsfeldmeister Paul König mit dem Direktor des Weltpfadinderbüros, Colonel Wilsen, der zum selben Zeitpunkt in Deutschland weilte.

 

Unter der Leitung von Hans Schüren und Emil Borgmann wuchs der Stamm zu einer festen Gemeinschaft. Der Teilnahmen an den Landes- und Gaulagern, sowie die große Romfahrt des Bundes im Jahre 1950 waren die Hohepunkte im Leben des Stammes. Erst am 14. November 1954 konnte der inzwischen auf 52 Mitglieder gewachsene Stamm in die neuen Heimräume des Marienheims einziehen, wo er bis zum Umzug in das neu erbaute Heim im Rosental eine feste Bleibe fand.

 

In den folgenden Jahren wurden feste Kontakte zu Pfadfindern in den Niederlanden und in Schottland geknüpft. Auch nahmen Pfadfinder des Stammes St. Tönis an internationalen Lagern in der Schweiz und Frankreich teil.

 

1957 feierte der Stamm sein 25 jähriges Bestehen. Ein großes Schaulager im früheren Park, heute Schwimmbad, war Anziehungspunkt für viele St. Töniser. Beeindruckt waren die Bürger von einem Tambourkorps der Pfadinder aus Weert in Holland. Die St. Töniser Pfadfinder beschlossen danach den Aufbau eines eigenen Fanfarenkorps. Mit vielen Auftritten, auch außerhalt von St. Tönis, sollte es für einige Jahre ein Aushängeschild des Stammes sein.

 

1962 übernahm Ulfried Thissen die Leitung des Stammes. Unter seiner Leitung wurden Zeltlager durchgeführt. Erinnert sei an die Zeltlager im Spessart, im Hunsrück, im Westerwald und an der Ostsee. Aber auch in der näheren Heimat wurden Oster- und Pfingstfeiertage für Lager des Stammes und der einzelnen Pfadfindertrupps genutzt.

 

Nachdem Ulfried Thissen die Leitung des Thomasgaues übernommen hatte, übernahm 1969 Burkhard Thissen und 1970 Richard Höfkes und Herbert Scheufens für lange Jahre die Geschicke im Stamm. Während in den vergangenen Jahren nur einzelne Pfadfinder an den Weltpfadfindertreffen teilnahmen, gelang es 1975 zum ersten Mal mit einem ganzen Pfadfindertrupp von 15 Jungen das Weltpfadfindertreffen in Lillehammer in Norwegen zu besuchen. Noch heute bestehen Kontakte zu Pfadfindern in Schweden, bei denen wir zu einem Familienaufenthalt eingeladen waren. Besuche zu Jamborees in Kanada, Australien, Korea, Niederlande, Chile und Thailand folgten.

Das 45 jährige Bestehen des Stammes wurde 1977 auf dem Gelände am Pastorswall groß gefeiert. Alle Altersstufen der Pfadfinder boten Aktivitäten an und zeigten ihr pfadfinderisches Können vor Ort. Eine Ausstellung der Pfadfinder in der Grundschule am Kirchplatz rundete das Programm ab.

 

In jedem Jahr veranstaltete der Stamm mehrere Fahrten oder internationale Begegnungen. Dabei entstanden Kontakte zu Pfadfindern in Luxemburg, Holland und England.

 

1982 konnte der Stamm in einer Festwoche au sein 50 jähriges Bestehen zurückblicken. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Stamm 160 Mitglieder.

 

Paul Schmitz und Thomas Beyel übernahmen die Leitung des Stammes.

 

Auch in dieser Zeit wurde der Gedanke an einem eigenen Platz und einem bescheidenen Haus aufrecht gehalten. Mitte der der 90iger Jahre war es dann soweit. Der Stamm konnte das Gelände von der Kirchengemeinde im Rosental pachten. Die Planung des Hauses übernähm der ehemalige Stammesfeldmeister Ulfried Thissen, der als Architekt in Vorst tätig ist. Nach mehrjähriger Bauzeit und großem Einsatz der Trupps konnte der Stammesvorsitzende Rainer Tetzlaff die Einweihung des Hauses im Jahre 1999 vornehmen und es seiner Bestimmung übergeben. Seitdem ist die „Rotzenburg“ mit dem schön angelegten Außengelände der Ort aller Stammesaktivitäten.

 

Auch wenn der Stamm heut etwas kleiner geworden ist, so ist er doch immer noch der größte Jugendverband in Tönisvorst und das seit mehr als 75 Jahren.

 

News von der DPSG Seite:

Neue Arbeitshilfe zum „Friedenslicht aus Betlehem“ erschienen (Mon, 08 Dec 2014)
Bevor am kommenden Wochenende das Friedenslicht aus Betlehem von Pfadfinderinnen und Pfadfindern von Wien aus in Deutschland verteilt wird, ist auf www.friedenslicht.de eine Arbeitshilfe mit praktischen Tipps für Gottesdienste und Impulse erschienen.
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Pfadfinden mit Behinderung: nichts Besonderes (Wed, 03 Dec 2014)
Ein Jahr lang setzten sich die 95.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder der DPSG mit dem Thema Inklusion auseinander. Dass Pfadfinden mit Behinderung nichts Besonderes ist, wurde dabei immer wieder deutlich.
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